Lebenshilfe
Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.
Die Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V. ist die größte deutsche Selbsthilfe-, Eltern-, Fach- und Trägerorganisation für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien. Als Interessenvertretung setzt sie sich für gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe, selbstbestimmtes Leben und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ein. Zugleich ist sie Träger zahlreicher Einrichtungen: Frühförderstellen, heilpädagogische Kindergärten, Wohn- und Pflegeeinrichtungen, Werkstätten für Menschen mit Behinderung sowie Angebote des betreuten Wohnens zählen zum Versorgungsnetz der über 500 Orts- und Kreisvereinigungen mit bundesweit rund 125.000 Mitgliedern.
Die Lebenshilfe wurde am 23. November 1958 in Marburg gegründet, initiiert von dem niederländischen Verbindungsoffizier Tom Mutters gemeinsam mit Eltern und Fachleuten, die sich für die Kinder von Flüchtlingen, Kriegsheimkehrern und KZ-Überlebenden mit geistiger Behinderung einsetzten. Innerhalb eines Jahrzehnts wuchs der Verein auf über 300 Orts- und Kreisverbände. Nach der deutschen Wiedervereinigung fusionierte 1990 eine eigenständige DDR-Lebenshilfe mit dem Bundesverband. Die Lebenshilfe ist Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband.
Das besondere Profil der Lebenshilfe liegt in ihrer Entstehung als Eltern-Selbsthilfebewegung: Sie war von Beginn an getragen vom Einsatz betroffener Familien und formulierte früh das Normalisierungsprinzip als Leitlinie, wonach Menschen mit Behinderung so selbstständig wie möglich in der Gesellschaft leben sollen. Neben der direkten Dienstleistungserbringung betreibt die Lebenshilfe einen Fachverlag und wirkt aktiv an der Sozialgesetzgebung mit.
Steckbrief
- Sitz
- Berlin