Jüdischer Frauenbund e.V.
Der Jüdische Frauenbund e.V. (JFB) ist eine bundesweit tätige Organisation, die sich der Förderung jüdischer Frauen und Mädchen sowie der Stärkung des jüdischen Gemeinschaftslebens widmet. Zu seinen zentralen Aufgaben zählen die religiöse und kulturelle Bildungsarbeit, die soziale Begleitung von Gemeindemitgliedern und die Integration von Zuwanderern aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. In Zusammenarbeit mit der ZWST führt der JFB regelmäßig Integrationsseminare durch; örtliche Mitgliedsvereine bieten Sprachkurse sowie Unterricht in jüdischer Geschichte und Tradition an.
Der JFB wurde am 15. Juni 1904 in Berlin von Bertha Pappenheim, Henriette May und Sidonie Werner gegründet und verstand sich von Beginn an als Verbindung aus jüdischer Tradition und Frauenemanzipation. In der Weimarer Republik zählte er rund 50.000 Mitglieder in 430 Vereinen. Nach dem nationalsozialistischen Verbot im Jahr 1938 und der Zwangsliquidation wurde der Bund 1953 in der Bundesrepublik neu gegründet. Er ist als Mitgliedsverband der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) anerkannt.
Charakteristisch für den JFB ist seine doppelte Verortung: Er versteht sich sowohl als Teil der jüdischen Wohlfahrtspflege als auch als Frauenorganisation mit emanzipatorischem Anspruch. Mit heute 33 Ortsgruppen und Sitz in Frankfurt am Main verbindet er überregionale Vernetzung mit lokaler Gemeindearbeit. Als älteste noch bestehende jüdische Frauenorganisation Deutschlands trägt er eine besondere historische Verantwortung.
Steckbrief
- Rechtsform
- e.V.